Korsika: Bonifacio und Umgebung

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„Hier also, als wir ankamen im schönen Hafen, den uneinnehmbarer Fels umgibt, ununterbrochen auf beiden Seiten, mit zwei großen Felsvorsprüngen, die am Eingang einander entgegeneilen, so dass der Durchgang hier eng ist; hier also brachten die anderen alle beweglicheren Schiffe unter, indem sie sie im hinteren Hafen zusammenbanden, denn hier ging keine Welle, weder groß noch klein, sondern hier war der Wind still. Ich allein blieb mit dem großen Schiff vor dem Hafen liegen … Dann sandte ich einige Gefährten, um zu erkunden, was für Menschen auf dieser Erde wohnten.“

Worte Homers über Bonifacio. Bei der Beschreibung des abenteuerlichen Herumirrens Odysseus‘ auf dem Mittelmeer scheint sich der griechische Dichter an den Felsabhängen inspiriert zu haben, welche den südlichen Teil von Korsika beschließen. Hier, so sagt man, soll er die Begegnung des Helden mit den Lestrigonen angesiedelt haben. Eine Begegnung, auf die Odysseus gerne verzichtet hätte, wenn er sich hätte vorstellen können, welche Auswirkungen dieser faszinierende Ort, der sich vor dem Bug der Schiffe auftat, auf seine Leute gehabt hätte.

Auch heute noch, nach fast 3000 Jahren, bleibt die Faszination dieser Gegend auf Korsika dieselbe, denn das Einzigartige dieser Natur ist unvergleichbar. Das merkt man schon, wenn man sich Bonifacio auf der Nationalstraße nährt und der nackte und wilde Granit langsam in Kalkfelsen übergeht. Plötzlich sieht man wieder Olivenhaine, aufgeteilt in kleine Gruppen, die von den üblichen kleinen Mäuerchen voneinander abgegrenzt werden. Dann läuft die Straße durch einen großen Kanal und am Ende erscheint Manna, einer der drei Stadtteile (die anderen beiden sind die genuesische Stadt innerhalb der Bastion im östlichen Teil des Felsvorsprungs und die Militärzitadelle im westlichen Teil). Hier ist der Korsika-Urlaub traumhaft.

Marina von Bonifacio

Es versteht sich von selbst, dass Marina der lebendigere Teil von Bonifacio ist, wo sich das mondäne Leben abspielt. Typisch für den Süden von Frankreich: hier findet man die spät schließenden Restaurants, hier kauft man des morgens den frischen Fisch, der in den Wassern der Straße von Bonifacio gefischt wurde; vor allem aber fährt man von hier aus nach Sardinien (etwa 12 Km von Bonifacio entfernt) oder zu den schönen Meeresgrotten. Kurz, genau das, was man für ein Abenteuer Odysseus‘ benötigt und so schön diese Vermutung ist, ganz unwahr scheint sie nicht zu sein, wenn man bedenkt, dass Bonifacio schon damals für einen der schönsten Punkte nicht nur auf Korsika, sondern des Mittelmeers gehalten wurde. Vielleicht liegt das an der glücklichen Lage, vielleicht am Wind, der nie zu wehen aufhört und im Gegenteil manchmal wochenlang wütet, vielleicht ist es die Kombination von Meer und Sonne, die natürliche Bastionen in den uralten Granit geschlagen hat – sicher ist, dass Bonifacio zu den schönsten Perlen des Mittelmeers gehört.

Es wird erzählt, die Stadt sei 828 von Messer Bonifacio, Marquis von Toskana, auf der Rückkehr von einer Unterdrückungsaktion gegen die Mauren an der tunesischen Küste gegründet worden. Diese mittelalterliche Vermutung scheint auch nicht so weit von der Wahrheit entfernt zu sein.

Bonifacio – aufstrebender Ort auf Korsika

Bonifacio ist eine Schlüsselstellung für die Schifffahrt und für die Kontrolle über das westliche Mittelmeer und in den letzten 50 Jahren ist auch ihre touristische Anziehungskraft der Stadt auf Korsika immer größer geworden, wie auch die der umliegenden Küste und vor allem die der beiden „Juwelen“ Cavallo und Lavezzi. Denn nicht nur Bonifacio liegt an diesem Ort, der sich in optimaler Lage befunden haben muss, als Gott die Schönheit auf der Erde austeilte. Vor Sardinien liegt dieser Teil Korsikas, der aus Inseln und Inselchen besteht, die eine schöner als die andere. Cavallo und Lavezzi sind nur die berühmtesten aus einer Reihe, die auf der Welt noch ihresgleichen sucht: Zentrum mondänen Lebens die erste, für den internationalen Jet-Set reserviert und als Urlaubsort für Millionäre und gekrönte Häupter bekannt; Emblem für wilde und unberührte Natur die zweite mit ihrer zackigen Küste, ihrem glasklaren Meer und ihrer ärmlichen, aber wesentlichen Vegetation, die von jahrhundertelanger Schafzucht beinahe ganz vernichtet wurde. Dieses Meer vor Korsika ist seit mehr als zehn Jahren Naturschutzgebiet: 1982 wurde hier ein wichtiges Meer- und Naturreservat mit einer Fläche von mehr als 5000 Ha gegründet, das auch eine Kontrolle des Touristenzustroms vorsieht (bis heute ist Lavezzi die einzige Insel, auf der man an Land gehen kann). Diese Inseln sind des Weiteren ein Denkmal für das historische Gedächtnis der Mittelmeervölker. In römischer Zeit wurden sie als Granitminen ausgebeutet (vor allem San Bainzo und Santa Teresa di Gallura, wo man noch einen natürlichen Hafen zum Be- und Entladen der Blöcke vorfinden kann), im Laufe der Jahrhunderte wurden sie dann allmählich zu einem Meditationsort auf Korsika: hierhin nämlich zogen sich die Eremiten auf ihrer Suche nach Gott zurück. Entdecken Sie Bonifacio und Umgebung! Ein traumhaftes Ziel in Frankreich, nein in Europa. Ach was, ein Weltziel für einen Urlaub!

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