Entlang der deutschen Nordseeküste

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Wer einmal die steife Brise auf der Haut spürte und die salzhaltige Meeresluft einatmete, wer den endlos weiten Blick über das Wattenmeer schweifen lassen durfte, Erholung in einem der zahllosen, heilenden Seebäder fand oder das Abenteuer beim Wind- u. Kitesurfen suchte, wird zurückkehren wollen und werden – an die deutsche Nordseeküste zwischen Emden und Sylt. Es verwundert nicht, dass die facettenreiche und faszinierende Region seit jeher eines der beliebtesten Reiseziele der Deutschen ist. Warum auch in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nahe liegt. Ob Ferienhäuser, Zeltplatz, Gästezimmer oder Hotel – ein urlaub an der Nordseeküste ist Erholung pur. Kommen Sie mit auf einen Streifzug von Emden nach Sylt.

Von Otto, Kurbädern und Wattwanderungen – das Niedersächsische Wattenmeer

Emden – Geburtstort von Karl Dall und Otto Waalkes

Die deutsche Nordseeküste beginnt im Westen gleich hinter der niederländischen Grenze und nahe der Stadt Emden. Das Meer an der Küste bildet das so genannte Niedersächsische Wattenmeer, das zusammen mit dem Holsteinischen Wattenmeer nicht ohne Grund seit dem Jahre 2009 zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört. Die größte Stadt Ostfrieslands lohnt schon einen Besuch, weil sie der Geburtsort von Karl Dall und Otto Waalkes ist und damit sozusagen der Ort, an dem der Ostfriesenwitz erfunden wurde. Zu Ehren von Otto Waalkes wurde sogar das Otto-Huus eingerichtet. Zudem gibt es aber auch ein beeindruckendes Bunkermuseum zu besichtigen, in dem anschaulich das Leben der Emder während des Zweiten Weltkrieges dargestellt wird. Eine weitere Sehenswürdigkeit der Stadt ist das Ratsdelft, in dem drei Museumsschiffe liegen. Ein Muss einer jeden Nordseereise ist das Essen eines Matjes, eines sehr feinen und milden Herings, den es selbstverständlich auch in Emden in verschiedenen Variationen auf der Speisekarte gibt.

Mitten im Niedersächsischen Wattenmeer – die Ostfriesischen Inseln

Borkum – das Seezeichen der Ostfriesischen Inseln

Zwischen den Mündungen der Ems und der Jade erstrecken sich die Ostfriesischen Inseln, die der Küste ca. 3,5 – 10 km vorgelagert sind. Borkum ist die größte und westlichste Insel und beherbergt ausgezeichnete Kureinrichtungen. Aufgrund der geografischen Lage ist die Insel seit jeher ein wichtiges Seezeichen, so dass mehrere Leuchttürme das Bild der Insel prägen. Ein Wahrzeichen ist der Alte Leuchtturm von 1576, aber auch der Neue und Kleine Leuchtturm können zu Fuß oder bei einer schönen Fahrradtour angesteuert werden. Ein Besuch im belebten Hafen eröffnet einen Blick auf das seit 1989 vor Anker liegende letzte deutsche Feuerschiff „Borkumriff“.

Juist – heilendes Seebad

Auch auf der Insel Juist sind traditionelle Kur- und Heilbäder zu finden. Das älteste ist das „Kurhaus Juist“, das im Jahre 1898 seine Pforten öffnete. Das Wahrzeichen der Insel ist der Wasserturm von 1927, aber ein besonderes Highlight ist wie so oft in der Natur zu finden. Auf Juist liegt der Hammersee, der einzige Süßwassersee der Ostfriesischen Inseln.

Norderney – das erste deutsche Nordseebad

Bei der Suche nach einem erholsamen Urlaubsziel ist Norderney die richtige Adresse. Die Insel ist die einzige der Ostfriesischen Inseln, auf der privater Autoverkehr erlaubt ist. Gleichwohl wurde auf dem Eiland im Jahre 1797 das erste deutsche Nordseebad eröffnet. Als Vorbild dienten die englischen Seebäder. Für alle, die auf der Suche nach ausgezeichneten Thalasso-Kuren sind, gibt es seit 2005 das größte Thalassozentrum Deutschlands, das „bade: haus norderney“. Zudem findet für alle Filmbegeisterten auf Norderney alljährlich das Internationale Filmfest Emden-Norderneye statt.

Spiekeroog und Wangerooge – erholsame Rückzugsorte

Zwei weitere bewohnte Ostfriesische Inseln sind Spiekeroog und Wangerooge. Auf ersterer haben bereits Gustav Heinemann, Richard von Weizsäcker und insbesondere Johannes Rau Urlaub gemacht und eine entspannte Auszeit aus dem Alltag gefunden. Auf Wangerooge hat man gute Gelegenheit, Seehunde auf den Seehundsbänken in ihrer natürlichen Umgebung zu erleben.

Wattwanderungen – ein Muss für jeden Nordseeurlaub

Alle Ostfriesischen Inseln sind aufgrund der hervorragenden Seebäder ideal für Ruhesuchende. Ein besonderes Highlight ist dabei immer eine Wattwanderung, die aber stets unter der Leitung eines erfahrenen Führers unternommen werden sollte. Eine barfuße Wanderung über das Watt sorgt nicht nur für eine wohltuende Massage der Füße, sondern macht auch den Kopf frei und hilft beim Stressabbau.

Wilhelmshaven – die „Grüne Stadt am Meer“

Auf dem Festland verspricht Wilhelmshaven immer ein schönes Erlebnis. Mit dem Rüstringer Stadtpark, dem Kurpark und dem Botanischen Garten wird klar, warum die Stadt „die Grüne Stadt am Meer“ genannt wird. Wilhelmshaven hat den tiefsten Tiefseehafen Deutschlands. Die Stadt hat sich zudem einen Namen durch zahlreiche meeresgeologische und -biologische Forschungseinrichtungen gemacht. Als Sehenswürdigkeiten bietet die Stadt das Deutsche Marinemuseum, welches die bedeutsamste Ausstellung ihrer Art ist. Gleich gegenüber des Museums liegt das Wattenmeer Besucherzentrum, das umfassend über das UNESCO-Weltnaturerbe des Wattenmeers informiert. Wer Ruhe sucht, kann sich im Stadtstrand (Rasenstrand) „Wilhelmshavener Südstrand“ erholen. Und schließlich hat eine nordische Delikatesse der Stadt Wilhelmshaven sogar ein Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde gebracht: das weltgrößte Labskaus-Essen fand in Wilhelmshaven statt. Die Stadt Wilhelmshaven liegt im Jadebusen. Neben der Stadt selbst ist in dieser Region auch das Schwimmende Moor in Sehestedt lohnenswert, denn es ist Europas einziges Salzwasserhochmoor.

Bremerhaven – Zentrum der Windjammer

Nicht weit im Osten von Wilhelmshaven liegt Bremerhaven. Bei einem Rundgang durch die Stadt darf auf keinen Fall ein Besuch im Deutschen Schifffahrtsmuseum fehlen. Im Columbus-Center, das seit den 70-er-Jahren das Stadtbild prägt, gibt es in über 70 Geschäften und Restaurants Freuden aller Art. Zudem beeindruckt im Alten Hafen der Segler Alexander-von-Humboldt die Touristen. Alle fünf Jahre findet in Bremerhaven die Sail, das größte Windjammer-Treffen, statt und zieht die Publikumsmassen von nah und fern magisch an.

Helgoland – Deutschlands Hochseeinsel

Wer das Festland verlassen möchte, kann auch auf die einzige deutsche Hochseeinsel mit der Fähre übersetzen und Helgoland besuchen. Die damals englische Insel wurde im Jahre 1890 gegen Sansibar ausgetauscht und gehört seitdem zu Deutschland. Wahrzeichen der Insel ist die „Lange Anna“, ein Fels, der 47 m hoch aus dem Meer ragt und Lebensraum tausender Seevögel ist.

Von Kitesurfen, Lifestyle und Theodor Storm – das Holsteinische Wattenmeer

An der Elbmündung nahe Cuxhaven beginnt das Holsteinsteinische Wattenmeer, das bis zur dänischen Grenze reicht. Die Küste ist gesäumt von den Nordfriesischen Inseln und den Halligen, kleine, dem Festland vorgelagerte Inseln. Eine weitere geografische Besonderheit sind die großen Salzwiesen entlang der Küste.

Friedrichskoog – eine Heuler-Aufzuchtstation

Ein Erlebnis der besonderen Art verspricht ein Besuch der Seehundstation in Friedrichskoog. Auf 800 m2 kann man Seehunde und Kegelrobben hautnah und durch ein großes Unterwas-serglasfenster beobachten. Zweimal täglich besteht zudem die Möglichkeit, an der Fütterung der ulkigen, aber imposanten Tiere teilzunehmen.

Sankt Peter-Ording – Insel der einzigartigen Schwefelquelle

Einer der wohl bekanntesten nordfriesischen Urlaubsorte ist Sankt Peter-Ording. Berühmt ist der Ort nicht nur wegen den Pfahlbauten, die am 12 km langen Strand zu finden sind, sondern auch weil er als einziges Seebad eine eigene Schwefelquelle hat. Auf den weiten Dünen sieht man fast jeden Tag Drachen, die hoch in den Himmel steigen. Und natürlich gehört Sankt Peter-Ording zu den Hotspots für alle Windsurf- und Kitebegeisterten. Wer es noch rasanter haben möchte, kann auch mit einem Kitebuggy über den weitläufigen Sandstrand flitzen.

Husum – Geburtsort von Theodor Storm

Im Jahre 1852 hat Theodor Storm seiner Heimatstadt Husum das Gedicht „Die Stadt“ gewidmet und selbige als „graue Stadt am Meer“ bezeichnet. Spätestens beim Rundgang durch die Stadt und dem Tidenhafen wird klar, dass sie weder grau noch trist ist. Ein Muss ist selbstverständlich ein Gang durch das Wohnhaus des berühmten Sohnes der Stadt. Im Theodor-Storm-Haus, in dem der Dichter von 1866 bis 1880 lebte, sind Räumlichkeiten und Einrichtungen teilweise noch im Original zu sehen.

Pellworm – im Zentrum der Halligen

Die Insel Pellworm ist zwar selbst keine Hallig, wird aber von einigen der kleinen Marschinseln umgeben. Pellworm ist zwar nicht die bekannteste der Nordfriesischen Inseln, dennoch ein lohnenswertes Ziel. In der Alten Kirche der Insel findet man eine wahre Rarität und zwar eine Orgel des berühmten Orgelbauers Arp Schnitger. Das Instrument gehört zu einen der wenigen noch existierenden Schnitger-Orgeln und zieht Musiker aus der ganzen Welt für Aufnahmen auf das Eiland.

Eine Tradition auf Pellworm ist das Skatspiel, das früher während der Winterzeit, in der die Arbeit ruhte, als abwechslungsreicher Zeitvertreib diente. Noch heute werden auf Pellworm Skatturniere für alle Kartenspielbegeisterten ausgetragen.

Amrum – ein Stranderlebnis der Superlative

Der Kniepsand Strand auf Amrum lässt die meisten Strände des Mittelmeers blass aussehen. Bereits seine Länge von ca. 17 km beeindruckt. Da der Strand aber auch knapp 2 km breit ist, gehört er zu den breitesten in Europa. Und an der Nordsee ist Amrum mit dem Kniepsand ohne Zweifel die Siegerin der Strände. Daher wundert es nicht, dass die Insel bei allen Wassersportbegeisterten hoch im Kurs steht und jedes Jahr viele „Wiederholungstäter“ auf die Insel zurückkehren.

Föhr – die friesische Karibik

Föhr liegt im Windschatten von Amrum und Sylt und ist damit vergleichsweise windstill. Föhr ist ideal für naturverbundene und ursprüngliche Urlaubstage geeignet. Ob zu Fuß, mit dem Fahrrad oder zu Pferd, die Nordseeinsel lädt auf vielfältige Weise zu einem Streifzug ein. Nicht zu verpassen sind die fünf Windmühlen, von denen zwei in Wyk stehen, aber auch die Hügelgräber aus der Bronzezeit und das Friesenmuseum in Wyk sind empfehlenswert. Während des Vogelzuges wird die Insel von zahlreichen Zugvögeln als Rastplatz auf ihrem Weg in den Süden aufgesucht und lassen dem aufmerksamen Beobachter einen Einblick in die Artenvielfalt gewähren.

Sylt – die Insel zum Sehen und Gesehen werden

Die wohl bekannteste Nordfriesische Insel ist jedem ein Begriff: Sylt. Seit Jahren ist die Insel der Treffpunkt der High-Society. Und das auch nicht zu Unrecht. Das relativ fruchtbare Marschland im Innern und insbesondere die Rote Kliff zeigen, dass die Insel tatsächlich eine Perle der Nordsee ist. Mondän und lebendig sind die drei wichtigsten Kurorte Westerland, Kampen und Wenningstedt. Auf der Insel Sylt kann jeder Urlauber seine Bedürfnisse stillen. Die Natur bietet Ruhe und Erholung und sechs Michelin-Köche sorgen für das kulinarische Wohlbefinden. Für Sportbegeisterte findet jedes Jahr der Kitesurf Cup statt, der legendäre Surfer aus aller Welt wie z.B. Robby Naish, nach Sylt bringt. Seit 1927 ist die Insel übrigens durch den Hindenburgdamm bequem per Zug zu erreichen.

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