Wandern in der Hardangervidda

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Wandern ist einfach herrlich. Ein in Deutschland völlig unterschätztes Weltziel für Wanderungen ist Norwegen. Das Land der Fjorde bietet eine Vielzahl von erstklassigen Wanderrouten.

Ob entlang der Küste oder im Binnenland – Norwegens Wanderwege sind ein Genuss. Das liegt daran, dass Norweger im Sommer und Frühherbst gern ihr Land zu Fuß erkunden. Nach und nach sind einmalig schöne Wanderstrecken entstanden, die über mehr oder weniger befestigte Wege die Berge hinauf, den an den Fjorden entlang oder über Täler hinweg führen. Ein sehr beliebtes Gebiet zum Wandern ist die Hardangervidda.

Hardangervidda – die höchste Hochebene in Europa

Der Name ist wenig bekannt. Dennoch ist die Hardangervidda einmalig. Es handelt sich um die höchste Hochebene in Europa. Ganze 8.000 Quadratkilometer ist sie groß. Die Höhe der Ebene variiert zwischen ca. 1.200 und 1.400 Metern, erreicht an den Bergkämmen aber auch über 1.700 Meter. Absolut sehenswert ist der Hårteigen. Der 1.690 Meter hohe Berg sieht aus wie ein großer Klumpen, der in die Landschaft gesetzt wurde. Ganz entfernt erinnert er etwas an den Ayers Rock in Australien, am anderen Ende der Welt.

Die Hardangervidda liegt zwischen Bergen und Oslo und beginnt östlich von Eidfjord. Die häufigsten Tiere sind wild lebende Rentiere, die in Herden über die Hochebene streifen. Die Vegetation ist eher niedrig und karg, sie gleicht einer grünen Steinlandschaft. Zwischendrin gibt es immer wieder sumpfige Abschnitte. Wanderer sollten daher auf die passende Ausrüstung achten. Das gilt auch hinsichtlich der Temperaturen. Denn diese steigen selbst im Sommer nur selten deutlich über 20 Grad Celsius. Die Höhe sowie die Lage in Nordeuropa verhindern höhere Temperaturen.

Wandern in der Hardangervidda

Die ganze Hochebene ist durchzogen von einem feinen Netz aus Wanderwegen. Sehr schöne Strecken beschreibt unter anderem diese Webseite. Dort gibt es außerdem weitere nützliche Tipps zum Wandern in Norwegen.

Im Sommer herrscht in der „Vidda“ trotz der weiten Landschaft Hochbetrieb. Immer wieder können Urlauber Wanderfreunde auf den Routen treffen. Dennoch gibt es keinen Massenandrang. Anders kann das in den Unterkünften aussehen. Die bewirtschafteten Hütten sind im Sommer häufig gut besucht. Die Hütten am Wegesrand ermöglichen eine Art Camping-Unterkunft. Allerdings ist eine kleine Gebühr fällig. Es ist ratsam, Unterkünfte vorab zu buchen. Sonst sind ggf. unliebsame Überraschungen möglich

Jedermansrecht: Camping in der Hardangervidda

Eine Alternative ist das Camping. Norwegen erlaubt nach dem sogenannten “ „Allemansretten“ – „Jedermannsrecht“ das Campen in der Natur. Sogar Fischfang für den Eigenbedarf und das Pilzsammeln sind erlaubt. Das Jedermannsrecht gilt außerhalb von „umzäunten Privatbesitz“ (der nicht zwingend umzäunt sein muss) und räumt Wanderern viele Rechte ein. Dazu gehört auch das einmalige Campen im Abstand von 150 Metern eines Hauses wie zum Beispiels eines Bauernhofes. Offenes Feuer ist hingegen von den Bestimmungen zum Schutz vor Wald- und Wiesenbränden abhängig. Wanderer sollten sich vorab ausführlich über die konkreten Bedingungen informieren.

Ausgezeichnete Wanderwege in Norwegen

Die Auszeichnung der Wege ist ein Tipp für Urlauber, die in Norwegen wandern möchten. Denn nicht jeder ist so gut zu Fuß wie ein anderer. Speziell an den Berghängen kann es in Norwegen steil bergauf- und -ab gehen. Daher bietet das Land seinen wanderfreudigen Aktivurlaubern ein Farbsystem zur Orientierung.

  • Grün gekennzeichnete Wege stehen für sanfte und kurze Anstiege. Die Wege sind leicht zu bewältigen und können von allen Menschen ausprobiert werden.
  • Blau steht für eine mittlere Schwierigkeit. Die Wege sind in der Regel innerhalb von vier Stunden von geübten Wanderern zurückzulegen. Die Anstiege können schon etwas steiler sein.
  • Rot kennzeichnet Wanderwege im offenen Gelände (Fels, Geröll, offenes Gelände). Die Strecken sind erfahrenen Wanderern mit geeigneter Ausrüstung zu empfehlen und können bis zu 800 Meter Höhenunterscheid beinhalten.
  • Schwarz ist die Farbe der Wanderwege, die sich an erfahrene Bergsteiger richten. Ratsam sind eine gute körperliche Konstitution, eine geeignete Ausrüstung und Landkarte/Kompass bzw. Navigationsgerät (Empfang vorher checken!).

Wandern – herrlicher Urlaub in freier Natur

Die Wege in der Hardangervidda gehören überwiegend zu den leichten und mittleren Wegen. Da es sich um eine Hochebene handelt, gibt es ur geringe Höhenunterschiede. Allerdings können einzelne Strecken als schwierig gekennzeichnet sein, wenn ein befestigter Weg fehlt.

Unbedingt empfehlenswert ist ein Besuch des Nationalparkzentrums. Es biete Luxus in einer wilden Natur sowie einen atemberaubend schönen Ausblick auf die Hochebene. Auf das Tourenprogramm gehört aber auch der Hårteigen und das steil abfallende Hardangerfjord. außerdem befindet sich in der unmittelbaren Nähe der Voringsfossen Wasserfall, eine der Top-Sehenswürdigkeiten in Norwegen.

Wer sich in die Weite der Hardangervidda begibt, wird belohnt. Fantastische Farben, lange Sonnentage, eine unendliche Weite und scheinbar unberührte Natur. Wandern ist hier ein Stück Freiheit. Freiheit, für die ein Urlaub im traumhaft schönen Norwegen ohnehin steht.

Video: Eindrücke von Hardangerfjord, am Rande der Hardangervidda

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